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 FINES TAGEBUCH
Diashow

04. APRIL 2007
 

Meine lieben Leser, ich wende mich heute an Euch, weil ich etwas höchst Dramatisches zu berichten habe.
Ihr glaubt es kaum....

Da sitze ich so schön im Korridor und warte auf meine Dosenöffner. Tina kommt nach Hause und etwas später auch Siggi.
Wie immer begrüße ich sie freudig und fordere sie zum Spiel auf.
Doch dann wird mir ganz anders zumute. Ich werde hinterrücks in einen Transportkorb gepackt. Das geht so schnell, dass ich gar keine Zeit mehr habe zu reagieren. Ich kann mich weder sperren noch meine Krallen zum hinterlistigen Angriff ausfahren.

Mein erster Gedanke: Jetzt geht es zu einer anderen Bleibe und ich mich muss mich wieder an neue Dosenöffner gewöhnen.

Aus Protest verstecke ich mich in der hintersten Ecke und unter der Decke. Ich höre zwar die schmeichelnden und beruhigenden Worte, zeige aber ohne mit der Wimper zu zucken die kalte Schulter.
Immer dann, wennn Siggi die Geschwindigkeit etwas erhöht oder Fahrbahnunebenheiten zum Anschwellen der Geräuschkulisse im Auto führen, protestiere ich lautstark.
Nach einer mir unendlich scheinenden Autofahrt über Land und Autobahn scheinen wir das Ziel erreicht zu haben.
In einer mir völlig unbekannten Gegend verlassen wir das unwirtliche Auto. Wir betreten einen Raum, in dem sich noch andere Transportkörbe befinden. Nach kurzer Zeit gebe ich meine Protesthaltung auf, da ich denke, dass meine Gefühlsbotschaft angekommen ist. Durch das Gitter meines Korbes sehe ich auf der gegenüber liegenden Seite ein schwarzes Ungetüm auf dem Boden liegen, das offensichtlich keinen Transportkorb braucht oder besitzt. Ich höre wie die Frau, bei der dieses Ungetüm liegt, von ihrem Dobermann spricht. So heißt diese Spezies vermutlich. Vielleicht sind die so arm, dass sie sich keinen Transportkorb erlauben können?

Nebenan höre ich einen Kater maunzen, kann ihn aber leider nicht sehen. Nach und nach verschwinden alle, sowohl die Dosenöffner als auch deren tierische Begleiter aus meinem Blickfeld. Ich vermute, dass Tina, Siggi und ich nur noch alleine in diesem Raum sitzen.
Plötzlich öffnet sich eine Tür und eine Frau fordert uns auf einzutreten.
Ich werde samt Korb auf einen Tisch gehievt und schaue von unten immer noch nach oben in mir unbekannte Gesichter.
Jetzt wird es Zeit, wieder einmal gegen diese unangemessene Art und Weise mit mir umzugehen, zu protestieren und deutlich meine Meinung zu sagen. Offensichtlich versteht man mich nicht. Das komplette Oberteil meines Korbes wird abgehoben und ich werde aus dem Korb auf eine völlig glatte und rutschige Oberfläche herabgelassen. Ich traue mich kaum, einen Schritt vorwärts zu machen, so glatt ist es.
Ein junges Mädchen hält mich fest, streichelt mich und spricht beruhigend auf mich ein. Siggi steht vor mir und krault mich unterhalb meines Kinns. Auch er spricht mit mir, so dass ich mich langsam beruhige.
Dann spüre ich zwei weitere Hände, die mich am ganzen Körper abtasten und, wenn ich das richtig verstanden habe, untersuchen. Diese Händen lassen dann von mir ab und tauchen plötzlich mit einem länglichen, spitzen Gegenstand wieder auf.
Ich kann aber nicht sehen, wohin sie verschwinden, da ich von den anderen vier Händen und diesem beruhigenden Gequatsche ganz abgelenkt bin.
Plötzlich bemerke ich einen Stich an meiner linken Seite. Ich höre noch wie Siggi sagt: "So tapfer ist sie!"
Ich verstehe diese ganze Prozedur nicht, bin aber ganz froh, dass ich wieder in meinen ungeliebten Korb darf. Der ist nach dieser Erfahrung doch das geringere Übel.
Die ganzen Dosenöffner stehen um mich herum und unterhalten sich noch über irgendwelche mir unverständliche Themen. Zwischendurch begaffen sie mich und betonen noch einmal, wie toll ich doch alles über mich habe ergehen lassen.
Geld wechselt den Besitzer und Tina erhält dafür irgendeinen Gegenstand, der ziemlich klein geraten ist und als Wurmkur bezeichnet wird; was immer das auch sein mag. Ich bekomme auch noch mit, dass ich jetzt einen Pass besitze.

Wir verlassen diesen Laden, durchqueren das leere Vorzimmer und ehe ich mich versehe, sind wir wieder im Auto......

Als ich unsere Wohnung betrete und mein ganzes Spielzeug wieder vorfinde bin ich glücklich, denn ich muss mich nicht an neue Dosenöffner gewöhnen.

Bis zum nächsten Mal

Eure Fine


Fines Tagebuch | 16. März 2007

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