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ANGKOR - BAPHUON-TEMPEL
 

Angkorianische Periode
Stil von Baphuon 1010-!080
Erbauer: König Udayadityavarman II., 1050-1066. Bauzeit: 1060
LAGE: Nördlich vom Bayon1 am Anfang des Großen Platzes vor dem Königspalast. Von der Straße führt eine Treppe nach links (Westen).

Der Baphuon, das bedeutet Kupferturm, war der Mittelpunkt der Stadt von Udayadityavarman II. Die Schönheit der Architektur, des Baudekors und der Reliefs der großen, dreistufigen Pyramide ließe sich, wäre sie besser erhalten geblieben, nur mit Angkor Wat vergleichen. Die äußeren Wälle umfaßten ein Rechteck von 425 x 125 m.

Der Baphuon war jedoch von allen Tempeln in Angkor am schlechtesten gebaut. Der im II. Jh. übliche Einzug hölzerner Stützbalken in das Mauerwerk, die an einigen Stellen noch zu sehen sind, wirkte sich ebenfalls ungünstig aus, und das vergoldete Kupferblech lastete schwer auf dem Dach des Hauptturmes, der vermutlich nicht aus Sandstein, sondern aus leichterem Material gebaut war. Bald nach der Fertigstellung stürzte die obere Stufe ein, die unteren bekamen Risse. Die eindringende Feuchtigkeit hat das Vernichtungswerk vollendet. Der Tempel wurde mehrmals repariert aber nie wieder ganz aufgebaut. 1958 wurde die Restaurierung erneut begonnen, fand aber durch die politischen Verhältnisse ein vorzeitiges Ende. Was heute erhalten blieb, ist im wesentlichen das Ergebnis dieser Arbeiten. Ende der 80er Jahre wurde das Gelände von Baum- und Pflanzenwuchs befreit.

An den Ruinen lassen sich die imponierenden Dimensionen ablesen. Der Tempelberg muß mehr als 50 m hoch gewesen sein, die Ruine ist noch 24 m hoch. Der Haupteingang im Osten ist von der Nord-Süd Straße über eine Treppe erreichbar. Hinter dem Tor führt der 200 m lange Weg zum Tempelberg. Er wird unterbrochen von einem Gebäude auf kreuzförmigem Grundriß, von dem nur Mauerreste blieben.

Die erste Stufe der Pyramide, 4 m hoch und 120 x 100 m an der Basis, trug eine Galerie, von der nur die axial ausgerichteten Eingangspavillons erhalten blieben. Tore und Pavillons des Baphuon haben große Vestibüle. Aus den Steinen der Galerie haben Mönche in neuerer Zeit im Westen der zweiten Etage einen großen liegenden Buddha machen wollen, der nur andeutungsweise erhalten blieb.

Die zweite Stufe hat zwei Simse, jeweils 4,30 m hoch und kann von allen vier Seiten bestiegen werden. Im Süden sind die hohen Treppenstufen durch Zementtritte halbiert worden. Eine schmale Galerie umgibt die zweite Etage, die von Türmen an den Achsen und an den Ecken unterbrochen wird.

Der Tempel war ein Shiva-Heiligtum, Udayadityavarman II. ein überzeugter Shivait. Aber in seinen Reliefs finden sich viele Motive aus den Vishnu-Epen. Die Reliefs sind von rechteckigen Rahmen eingefaßt, neben- und übereinandergestellt und umrahmt von geometrischem und Pflanzendekor. Die Themen kommen aus dem Ramayana- und Mahabharata-Epos, aus buddhistischen Legenden, stellen Einzelpersonen oder Szenen dar. Sie zeugen von guter Beobachtungsgabe und Humor, wirken lebendig und volkstümlich. Die Figuren auf freibleibendem Hintergrund sind von großer Schönheit. Typisch sind Darstellungen von Tierköpfen in Quadraten, von denen einige am Eingang zur ersten Stufe erhalten blieben. Die Ornamentik ist zweifellos die vollkommenste der Khmer-Kunst.


Angkor - Bantey Kdei | Angkor - Bayon-Tempel

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