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ANGKOR - BAYON-TEMPEL
 

Post-angkorianische Periode
Stil von Bayon 1177-123O
Erbauer König Jayavarman VII,. 1181-1219
Lage: In der geographischen Mitte der Stadt Angkor Thom.

Der Bayon läßt erkennen, daß Thematik und Baukonzept während des Baues mehrmals geändert wurden. Vielleicht wurde er auf den Grundmauern eines älteren Tempels erbaut. Noch vor der Fertigstellung waren die beiden oberen Terrassen vergrößert worden, was auch die Erweiterung der unteren Stufen erforderlich machte. Sicher ist hier auch einer der Gründe für den Einsturz einiger Teile der Terrassen zu suchen. Als der Bayon entstand, hatte der Hinduismus-Shivaismus, die Idee des Gottkönigtums, seine Bedeutung verloren. Jayavarman VII. suchte die bedrohte Königsmacht, gestützt auf den Mahayana-Buddhismus, neu zu begründen. Der Bayon demonstriert eine neue Idee der Apotheose und sucht ihr Ausdruck zu verleihen. Er wurde zu einer "Manifestation des Gottesbegriffes...

Der Tempelberg ist eine dreistufige Pyramide mit dem Eingang nach Osten. Die untere, äußere Galerie dient gleichzeitig als Umfriedung. Aus dem inneren Hof erhebt sich die Pyramide. Sie mißt all der Basis 160 x 140 m. die obere Plattform, auf der das 23 m hohe, zentrale Heiligtum steht, ist 70 x 80 m groß. Die Pyramide insgesamt erreicht 43 m Höhe, wirkt aber wuchtig und flach. Die klaren Linien der angkorianischen Tempel fehlen, nur die Monumentalität dominiert.

Der Grundriß hatte die Form eines griechischen Kreuzes, dessen äußere Winkel wurden später von Quergalerien geschlossen, so daß nach oben eine nahezu quadratische Fläche entstand, auf der sich das runde Zentralheiligtum und, strahlenförmig davon ausgehend, zwölf Nebenheiligtümer erheben, ein in Angkor ungewöhnliches Baukonzept. Der Zentralbau wird von Gesichtstürmen gekrönt. Insgesamt waren es 54, davon blieben 37 erhalten. Von jedem Turm blicken 3-4.5 m hohe Gesichter in vier Himmelsrichtungen. Keines gleicht dem anderen und doch ist es immer das gleiche Gesicht, Lokiteshvara mit den Zügen von Jayavarman VII.
Im Zentralheiligtum befand sich ein naga-Buddha, eine im angkorianischen Buddhismus häufige Buddha Darstellung. In tiefe Meditation versunken sitzt der Erleuchtete auf dem Körper einer aufgerollten Schlange, die ihre gespreizte Haube schützend über ihn breitet. Die Darstellung geht auf eine Legende zurück, nach der Buddha nicht bemerkte, daß ein Unwetter hereinbrach und der Fluß über die Ufer trat. Der Schlangenkönig trug ihn sicher über das Wasser.

Die Wände, Pfeiler und Stürze der oberen Terrasse sind reich geschmückt mit apsaras, devas, Ranken und Ornamenten. Die Feinheit der Reliefs des Angkor Wat erreichen sie nicht, und es fällt zudem schwer, sich auf sie zu konzentrieren, angesichts der steinernen Gesichter ringsherum, die bedrängen und beängstigen, deren wissendes, uralter Weisheit entspringendes Lächeln aber auch zu beruhigen vermag. Angkor Wat ist das Erlebnis der Kunst der Khmer, der Bayon die Zwiesprache mit ihrem größten König.

Vom Südtor kommend wird zunächst die mächtige Südfront des Bayon sichtbar. Der Eingang zum Tempel führt von Osten über eine auf Säulen ruhende Terrasse aus großen Steinplatten, zu der Stufen führen. Die seitlichen Vertiefungen werden als Wasserbecken bezeichnet. Die Reste eines Lateritwalles stammen aus späterer Zeit, ursprünglich besaß der Bayon, im Gegensatz zu allen anderen Khmer- Tempeln, keine Umfassungsmauer. Der Tempel muß nach buddhistischer Sitte im Uhrzeigersinn umschritten werden.

Die Wände der unteren, doppelten Galerie sind reich mit Basreliefs geschmückt, die zu Lebzeiten des Königs nur teilweise fertiggestellt waren. Sic bleiben in ihrem künstlerischen Wert weit hinter den Basreliefs des Angkor Wat zurück, sind jedoch von großer historischer Bedeutung.

Am Bayon stehen der König und seine Kriegszüge im Mittelpunkt der Reliefszenen. Aber die Künstler müssen mehr Freiheiten besessen haben. Am Rand der Siegesparaden und Palastmotive stellen sie da, bunte Alltagsleben der Khmer dar. Markt- und Jagdszenen, Wettkämpfe Spiele und das Leben am Fluß. Menschen, ihre Kleidung und Haartracht Waffen und Gerät, Wagen und Häuser erzählen, wie in einem Bilderbuch, von der Lebenswelt der Khmer des 12. und 13 Jahrhunderts.

Folgt man der östlichen Galerie nach links, sind die unterhalb des Siegeszuges dargestellten Gefangenen sicher Cham. Dann folgen einige Palastszenen, auf den Dächern sitzen Vögel, im Innern sind Köche am Werk.

Besonders sorgfältig gearbeitet sind die Reliefs mit apsaras und Göttern an den Wänden und Stürzen der Pavillons, die die Galerien unterbrechen. Ein langes Relief zeigt Szenen am Flußufer. Es gibt allerlei Seegetier und Fische, die in den Zweigen der Bäume hängen, wie es alljährlich an den Großen Seen zu beobachten ist, wenn die Überschwemmung sich zurückzieht. Die Szenen sind humorvoll und lebendig dargestellt und zeigen intime Situationen wie eine Frau kurz vor der Niederkunft. Männer diskutierend bei einem Hahnenkampf auf einem Markt streiten Händler und Käufer Fischer gehen ihrer Arbeit nach, eine chinesische Dschunke ist zu sehen. Bärenjagd und Ringer, Artisten und Bauern wechseln ab mit Palastszenen. Immer wieder gehen Durchbrüche den Blick auf das Zentralheiligtum frei. Der Auf- und Abstieg zu den oberen Galerien ist nur auf gesicherten Treppen ratsam. Von der Mitte der Südlichen Galerie durch den Innenhof erreicht man eine steile Treppe zur zweiten Terrasse. Deren innere Galerien sind dunkel. in einem kleinen Pavillon befindet sich ein naga-Buddha. Für den Aufstieg zur dritten Terrasse wurde eine Leiter eingebaut. Der Abstieg empfiehlt sich auf der Nordseite. Die Treppen an der Ost- und Westseite sind nicht begehbar.


Angkor - Baphuon-Tempel | Angkor - Chaosay Tevoda

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