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Pinawella - Peradeniya

05.03.2006
Mit unserem „neuen“ Bus (Nr. 3) geht es nach Pinawella. Dort besuchen wir das „Elefanten-Waisenhaus“.
Das in aller Welt bekannte Elefantenwaisenhaus von Pinawela ist eine von der Regierung finanzierte und deshalb weltweit einzigartige Einrichtung. Hier, unweit der Flußufer des Maha Oya, leben etwa 60 Elefanten jeden Alters, die aus welchen Gründen auch immer den besonderen Schutz des Menschen genießen, so z.B. der blinde Elefant oder der nur noch 3 Beine hat.

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Ein Besuch lohnt sich vor allem dann, wenn die kleinsten, gerade mal ein paar Monate alten Elefanten zur Flasche gebeten werden.

Die Fütterungstermine um 9.15 Uhr und 13.15 Uhr sind für Besucher zugänglich. Aber auch die Badezeit im Oya-Fluß ist ein viel fotografiertes Ereignis: täglich zwischen 10 Uhr und 12 Uhr und von 14 Uhr bis 17 Uhr trifft man die Dickhäuter dort, wo sie sich am liebsten aufhalten: im Wasser.

Vor nicht einmal einem Jahrhundert, als es auf Sri Lanka noch über 12000 in freier Wildbahn lebende Elefanten gegeben haben soll, war das Überleben selbst für verletzte Tiere kein Problem. Auch wenn das Vater- oder Muttertier - aus welchen Gründen auch immer - ausgefallen war, kümmerte sich die Herde um die Versorgung und Erziehung des Nachwuchses.

Das änderte sich, als der Mensch daran ging, die Rückzugsgebiete der wildlebenden Elefanten immer mehr in Besitz zu nehmen. Wälder wurden abgeholzt und Straßen gebaut. Diese durchschnitten nicht selten die Trampelpfade der Elefanten, die sie über viele Jahrhunderte hinweg kannten und gewohnt waren.

Ein weiterer Grund war die rücksichtslose Wilderei, die Jagd auf das kostbare Elfenbein, das in aller Welt Begierde weckte, und bei der sich besonders die Kolonialherren hervortaten.

Ist das Elefantenwaisenhaus zu so etwas wie eine Beruhigung des eigenen schlechten Gewissens oder ist es doch nur eine hoch willkommene Gelegenheit, Touristen zu schröpfen? Wohl ein bisschen etwas von beidem, aber festzuhalten bleibt, dass die Regierung sich offenbar wirklich Gedanken macht um den Fortbestand dieser sympathischen Tiere.

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Es ist morgens, kurz nach neuen Uhr. Die Elefantenwärter lösen in großen, wassergefüllten Kübeln ein besonders nahrhaftes Milchpulver auf. Als könne er ist nicht erwarten, stupst ein kleiner Elefant dem Wärter mit dem Rüssel sanft in die Seite, ganz so, als wolle er sagen: "Mach schon, ich habe Hunger!" Es dauert auch nicht lange, bis die teure Spezialnahrung zubereitet ist und die Fütterung der kleinen Elefanten beginnt. Es ist bereits die zweite Malzeit an diesem Tag, denn am frühen Morgen gab es schon einmal etwa 8 Liter Babymilch aus der Flasche. Als Nachtisch verspeist der kleine Elefant dann ein dickes Bündel frischer, grüner Zuckerrohrstengel und ein paar Blätter. Das geht ins Geld, erzählt der Wärter, während das letzte Elefantenkind gefüttert wird.

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Aber dafür sorgt ja nicht nur der Staat, der zwar den größten Teil des Defizits trägt, aber andererseits mit weltweiter Werbung dafür sorgt, das das Waisenhaus zu einem festen Bestandteil eines jeden touristischen Ausflugsprogramms wird.

Und dann leben ja auch noch die einheimischen Händler nicht schlecht davon, dass sie T-Shirts mit aufgedruckten Elefanten verkaufen. Ganz zu schweigen von den Ansichtskarten, wobei der Verkauf derselben an diesem Tag nicht gerade den Geldbeutel des jungen Mannes füllt. Zu viele haben ihre Kamera dabei, und jeder Zuhause weiß schließlich, wie Elefanten aussehen.

Die größeren Elefanten versorgen sich inzwischen selbst, um die 250 Kilogramm frisst ein ausgewachsener Bulle pro Tag. Hier im Waisenhaus bekommt er das Futter fast mundgerecht serviert, weil in der näheren Umgebung nichts wächst, was Elefanten so schmeckt, muss es der Lastwagen herangeschaffen.

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Dann ist es Zeit für ein erfrischendes Bad. Hintereinander stapfen die Tiere in Richtung Fluss, wo schon ganze Omnibusladungen Touristen warten. Neben den Elefanten läuft der Mahout, der Treiber, die einzige und wichtigste Bezugsperson im Leben eines gezähmten Elefanten. Ab und zu und zieht er seinen Schützling mit einem Haken in die gewünschte Richtung, was sich der Elefant klaglos gefallen lässt. Kurz darauf wälzt er sich mit sichtlichem Vergnügen im lehmbraunen Wasser des Flusses und lässt sich - keineswegs irritiert vom Klicken dutzender Fotoapparate - von seinen Mahout mit dem Schrubber die Haut bürsten.

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So gesehen hat er es weitaus besser als seine schätzungsweise 500 Artgenossen, die auf Sri Lanka als Arbeitselefanten ihren Dienst in der Land- und Forstwirtschaft tun. Vor allem im dichten Dschungel sind sie auch heute noch unentbehrlicher Helfer, die tonnenschwere Teakholzstämme zu schleppen imstande sind.

Die Elefanten hier müssen an derlei schweißtreibende Arbeiten keinen Gedanken verschwenden. Weil man sie nicht einfach wieder in die Wildnis entlassen kann, wo sie von ihren Artgenossen nicht mehr akzeptiert würden, verbringen sie wohl ihr ganzes Leben im Waisenhaus. Aber eine höchst angenehme Arbeit wartet auf den einen oder anderen schon: als Paradeelefant bei der großen Perahera von Kandy.

Gegen Mittag verlassen wir Pinawella und fahren zum Botanischen Garten von Peradeniya. Auf der Fahrt machen wir einen Stopp und kaufen uns ein paar rote Bananen.

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Der Botanische Garten ist täglich von 8.00 –19.00 Uhr geöffnet und der Eintrittspreis beträgt 300.00 Rs. An dieser Stelle hatte Mitte des 14. Jh. ein Palast der Könige von Gampola gestanden, umgeben von einem Lustgarten. 1371 folgte mit Vikrama Bahu III. der erste König der Kandy-Dynastie, der sich hier wie seine Nachfolger von den Amtsgeschäften erholte. Als Botanischer Garten fungiert das Gelände seit 1816 und diente zunächst als Versuchsfeld für den Kaffee. Danach wurden zu Versuchszwecken die ersten Teestauden angepflanzt, ein Experiment, das später in der Zweigstelle, den Botanischen Garten von Hakgala (bei Nurelia) verlegt wurde. Heute gibt es in Peradeniya so viel zu sehen, dass ein Besuch unbedingt empfehlenswert ist.

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Er ist einer der schönsten und umfassendstes in Süd- bzw. Südostasien. Fast alle tropischen Pflanzen sind hier zu finden. Der Pflanzenreichtum des Gartens, erzählt man, decke alle im süd-ostasiatischen Raum vorkommenden Pflanzen ab. Hier gibt es fast jede tropische Pflanze, von der man mal gelesen oder gehört hat – seltene Palm- oder Baumarten, die exotischsten Blumenarten, Kakteen und Gewürze ebenso wie Heilkräuter und Wasserpflanzen. Besonders beachtenswert ist der gigantische javanische Banyanbaum, dessen Krone beachtliche 1600 m2; überspannt.

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Die schönste Ecke des Botanischen Gartens ist der Treffpunkt der Verliebten. An Wochenenden gehört dieser Garten als beliebtes Ausflugsziel den Einheimischen, die sich ihr Reis und Curry in Papier mitbringen.

Wir sind an diesem Sonntag mitten im Geschehen und wandern über den Fledermauspfad den äußeren Weg entlang mit dem Endziel Orchideenhaus.

Ein Teil des Gartens erinnert an prominente Besucher auf Sri Lanka. Ihnen zu Ehren wird hier jeweils ein Baum gepflanzt, ein Schild am Fuße nennt den Namen des Besuchers sowie die jeweilige Baumart. Aus Deutschland kam bisher nur der frühere Bundeskanzler Dr. Kiesinger.

Rund 200 Gärtner und Wissenschaftler betreuen das ca. 60 ha große Gelände, das von Wegen mit einer Gesamtlänge von über 10 km durchkreuzt wird.

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Das Abendessen sollen wir im Rams genießen, dem angeblich „besten Inder“ der Stadt, der wegen seiner Qulität, dem fröhlichen Ambiente und dem freundlichen Service allseits gelobt wird. Die Realität sieht, zumindest an diesem Abend, anders aus: Nach zwei Stunden wurden die ersten Essen serviert, die Rechnung stimmte nur mit Unterstützung der Gäste und die dargereichten Mengen reichten höchsten aus den Appetit anzuregen. Hungrig gehen wir ins Bett und hoffen, dass der nächste Tag besser wird.

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