Phnom Phen

DONNERSTAG, 03.02.2005
Wir landen mit etwas Verspätung in Phnom Penh und werden am Flughafen von unserem deutschsprachigem Guide, Herrn Vy, erwartet. Auf der Fahrt zum Princess-Hotel erzählt er uns ein wenig zu seiner Person, seinem Land und dem vor uns liegenden Programm. Im Hotel erhalten wir das Zimmer 605 und sind begeistert: Ein sehr sauberes und geräumiges Zimmer, das laut Hotel-Flyer 100 USD je Nacht kostet.
Herr Vy verabschiedet sich von uns bis zum anderen Morgen, an dem ab 08.00 Uhr unser Tagesausflug beginnen soll (u.a. Stadtrundfahrt und Killing Fields). Wir haben den heutigen Tag zur freien Verfügung. Gegen Mittag gehen wir zur nächsten Bank und machen uns mit der einheimischen Währung - Riel - vertraut. Die Riel benötigen wir, um hier und da mal ein kleineres Trinkgeld oder einen kleinen Schein einem Bettler geben zu können (1 USD = 4.000 Riel).


 
   

Danach finden wir durch einige Nebenstraßen den Weg zum Mekong. An der Uferstraße sind diverse kleine und auch größere Restaurants. Wir erkunden die Uferpromenade, sehen uns schon einmal das National Museum und den Königspalast von Außen an (wird Bestandteil des morgigen Ausflugs sein).
Unseren Abschluss, inklusive Abendessen und Cocktail, finden wir im Cambodia Club.
Mit dem Ttuk-Tuk fahren wir zurück ins Hotel.


 

FREITAG, 04.02.2005
Um kurz vor 07.00 Uhr sitzen wir am Früstückstisch und sind mit dem Büfett sehr zufrieden - reichhaltig und schmackhaft!
Punkt 08.00 Uhr werden wir von Herrn Vy und unserem Fahrer abgeholt und wir steuern unseren ersten Programmpunkt - Königspalast - an.
Die Straße vor dem Eingang ist weitläufig gesperrt, da offensichtlich ein Staatsbesuch erwartet wird. Wir dürfen mit unserem Fahrzeug trotzdem passieren und werden von unserem Fahrer vor dem Eingang abgesetzt. Dieser wendet dann wieder und sucht einen Parkplatz außerhalb der Absperrung.
Innerhalb des Geländes besichtigen wir den Thronsaal (Fotografier- und Filmverbot), Bankettsaal, Ruhepagode, Chan Chhaya Pavillon und werfen aus der Distanz einen Blick auf die Privatgemächer. Darüber hinaus betreten wird den unteren Bereich der Schatzkammer (Fotografier- und Filmverbot) und sehen das Geschenk Napoleon des III. an König Norodom, eine Villa im französischem Stil, die zuvor am Suez-Kanal stand, völlig aus Stahl gebaut wurde und für den Transport nach Kambodscha demontiert wurde. In ihrem Grauton passt sie überhaupt nicht in den Königspalast und wirkt wie ein Fremdkörper.


 
   

Direkt neben dem Königspalast betreten wir durch einen Einlass in der trennenden Mauer den Bereich der Silberpagode. Den Namen Silberpagode erhielt der Haupttempel im Zentrum der Anlage, da der Boden mit über 5.281 Silberplatten, jede knapp über 1 kg schwer, ausgelegt ist. Im weitläufigen Rund erzählen Wandmalereien die Geschichte Ramayana.


 

Nächste Station ist das Nationalmuseum, in dem weder fotografiert noch gefilmt werden darf.
Wir sehen Ausstellungsstücke, die aus dem gesamten Land zusammen getragen wurden.
Es wird zwischen den Zeiten vor Angkor (bis 8. Jahrhundert) und der Angkor-Zeit (900-1300) unterschieden.
Unser Guide weiht uns ausführlich in die Geheimnisse dieser Zeiten, der einzelnen Gottheiten (Shiva, Vishnu, Braham und Indra) und deren "Fortbewegungsmitteln" ein. Shiva: Kuh oder Stier; Vishnu: zu Hause eine Schlange und unterwegs mit einem Garuda; Braham: Ente oder Gans und Indra: dreiköpfiger Elefant.

Wir lehrnen, die Gottheiten auch zu unterscheiden, wenn Körperteile fehlen oder gar nichts mehr von der Gottheit vorhanden ist, aber das entsprechende "Fortbewegungsmittel" noch erhalten ist.


   

Bevor wir eine Mittagspause einlegen, fahren wir zum Wat Phnom. Hier wird unmittelbar neben dem Tempel "Oma Penh" verehrt, die der Hauptstadt den Namen gegeben hat. Phnom (Hügel) und Penh, der Name der Frau, die am Ufer des Mekong vier Buddhastatuen fand und um diese zu ehren, mit Freuden einen Hügel aufschüttete, um darauf einen Tempel zu erbauen.

Der in manchen Reiseführern versprochene schöne Blick auf Phnom Penh existiert leider nicht.
Auf dem Anstieg ist eine überdimensionale Uhr auf eine Rasenfläche gebaut, die sogar über einen funktionierenden Sekundenzeiger verfügt.


 
   

Nach der Mittagspause besichtigen wir das Tuol Sleng-Gefängnis (S-21). Das ehemalige Schulgebäude wurde durch die roten Khmer als Gefängnis und Folterkammer genutzt.
Die einzelnen ehemaligen Zellen können wir besichtigen. Im ersten Block waren hohe Politiker interniert, die aufs grausamste gefoltert und kurz vor Ende des Regimes als letzte Opfer dieses Gefängnisses mit einem Schnitt durch die Kehle getötet wurden.
Von insgesamt 20.000 Gefangenen haben nur 7 überlebt. Die Leichen wurden in den sogenannten "Killing Fields" in Massengräbern "entsorgt".
Auch im Umfeld des Gefängnisses vermutet man Massengräber. Hier ist jedoch nie danach gesucht worden, Genauso wird man im Bereich der Killing Fields nicht weiter suchen, obwohl hier auch noch weitere Massengräber vermutet werden.
Insgesamt sollen während der Herrschaft der Roten Khmer ca. 2 Millionen Menschen umgekommen sein oder gelten als vermisst. Die nicht unmittelbar durch Gewalteinwirkung getötet wurden, verstarben an Hunger und Durst.Im Block 3 sind Bilder an den Wänden angebracht, auf den Maler die unterschiedlichen Foltermethoden der Roten Khmer dargestellt haben.


 

Wir fahren über eine unwegsame "Straße" zu den Killing Fields.
Unmittelbar hinter dem Eingang ist eine Stupa errichtet worden, die an ihren vier Seiten durchsichtige Glasscheiben aufweist. An einer Seite befindet sich eine Tür, durch die man die Stupa betreten kann. Bis an die Decke sind hier menschliche Schädel aufgebahrt, die nach Altersgruppen sortiert sind und aus den Massengräbern stammen, die heute nur noch durch Vertiefungen erkennbar sind. Auf den Wegen zwischen den Massengräbern sind an der Bodenoberfläche teilweise noch Knochen und Zähne erkennbar.
An einem Massengrab, in dem ausschließlich unbekleidete Frauen und Kinder gefunden wurden, befindet sich ein großer Baum. Entweder wurden die Kinder vor den Augen der Mütter an diesem Baum erschlagen, bevor die Mütter selbst sterben mussten, oder die Kinder wurden in die Luft geworfen und mit dem Bajonett aufgespießt. Es ist immer wieder erschrecken, wozu Menschen fähig sind. Wenn man dabei noch bedenkt, dass die Kämpfer der Roten Khmer teilweise selbst noch Kinder oder Jugendliche waren, ist diese Grausamkiet erst recht nicht nachvollziehbar.


   
 

Nach diesem bedrückenden Besuch fahren wir noch kurz zum Russenmarkt, um dann abschließend im Restaurant "Happy Herb Pizza", unmittelbar neben dem "Cambodia Club" zu essen (Empfehlenswert).


   
 

Im Hotel angekommen, bestellen wir einen wakeUp-Call für 04.30 AM, da wir morgen nach Siem Reap weiter fliegen.


(C) 2007 - Alle Rechte vorbehalten

Diese Seite drucken