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DAMBULLA - MATALE
 

04.03.2006
Auf unserem Weg nach Kandy machen wir einen Zwischenstopp in Dambulla.


 



 

In insgesamt fünf Höhlentempeln kann man hier mehr als 100 Buddhastatuen bewundern. Singhalesenkönig Valagam Bahu fand hier im 2. Jh. Zuflucht vor den Tamilen. Aus Dank über den späteren Sieg über die Feinde ließ er an dieser Stelle den überaus beeindruckenden Höhlentempelkomplex errichten.


 
 



 

Nach der Besichtigung erfahren wir an unserem Treffpunkt, dass wir nun auch unseren zweiten Bus geschafft haben. Schnell werden durch unsere Reisebegleiterin Mini-Vans besorgt, so dass wir unsere Fahrt über Matale nach Kandy fortsetzen können.


 
 



 

Matale, eine fortschrittliche Stadt in der Zentralregion, ist der Mittelpunkt eines großen Plantagengebietes, in dem Kautschuk, Zimt, Pfeffer, Chilies, Tee, Reis und verschiedene Gemüsesorten angebaut werden. Die Voraussetzungen für das Gedeihen so unterschiedlicher Pflanzen schafft das feuchte, tropische Klima in der von bis auf den Norden allseitig von Bergketten umschlossenen Niederung.

Hier haben wir die Gelegenheit, uns den Gewürzanbau in den Gärten von Matale genauer im Island Land Spice Garden, Nalanda-Matale, erläutern zu lassen. Neben der Lehre zu Ayurveda- und Kräutermedizin werden pflanzliche Kosmetikprodukte hergestellt und verkauft.




 
 



 

Nach einem Rundgang durch den „Gewürzgarten“ besteht hier die Möglichkeit, sich der Ayurveda-Massage hinzugeben, Gewürztee zu trinken und die verschiedensten Mittel zu kaufen. Uns wird übersetztes Informationsmaterial ausgehändigt, dessen Formulierungen ein Lächeln auf unser Gesicht legt.

z. B.
Nr. 13 Kamayogi Bon – Bon
Steigert libido und potenze verlean gert sexuell aus der von man und der frau. Zu betroffen stelle n zwanzig minuten vor dem sex. Ein stück essen und etwas milch.

Nr. 14 Grüne Öl mit Kräuter Balsam
½ Tel. mit kräuter Balsam gemischt auf der Kopfhaut und stirm ein riben gegen migrane, ein bisschen auf dem füssolen ein reiben und inhalieren. Mit heisses wasser. Vor dem Bett geben. Zwei Wochen weiter machen.


 
 



 

Ayurveda-Medizin
Die Lehre vom langen Leben (Ayuh = Leben, Veda = Medizin) ist eine uralte indische Volksmedizin. Es handelt sich um eine Pflanzenmedizin, für die moderne westliche Begriffe wie psychosomatische Medizin und Ganzheitstherapie selbstverständliche Grundlagen sind. Erfreulicherweise sind heute Vertreter der Volksmedizin und westlicher wissenschaftlicher Apparate- und Chemiemedizin nicht mehr in einem Konkurrenzkampf verstrickt. Das war lange Zeit so. Während die Kolonialmächte Sri Lanka dominierten, geriet die Ayurveda-Heilkunde unter die Räder. Zumindest offiziell. In den Dörfern ging das Wissen um pflanzliche Heilkräfte, um Aderlaß und viele Anwendungen, die in unseren westlichen Ländern unter Physiotherapie rangieren, nicht verloren. Es gab nichts anderes.

Im Volk eingeführt, in seinen Wirkungen von der Wissenschaft mehr und mehr erkannt und infolge von Fehlschlägen und zunehmender Skepsis gegenüber westlicher Medizin wird Ayurveda von der Weltgesundheitsorganisation WHO schon seit gut 25 Jahren unterstützt. Vor allem in Indien werden die traditionellen Methoden und Mittel wissenschaftlichen Tests unterzogen mit dem Erfolg, dass Pharmakonzerne beginnen, die Volksmittelchen in ihre Produktionen einzubauen. Pflanzenwirkstoffe werden teureren und nebenwirkungsreicheren Chemikalien vorgezogen.

1925 schon begann man in Ceylon die alte Volksmedizin wieder zu fördern, ein Krankenhaus und mobile Stationen wurden geschaffen. Heute gibt es rund 10000 Ayurveda-Ärzte im Lande sowie mehrere Schulen, in denen eine vierjährige Ausbildung mit anschließendem Praktikum zu absolvieren ist. Auch hier sind westliche Methoden nicht verbannt, sondern ergänzend in die Lehrpläne eingebaut.

Probleme macht die geringer werdende Zahl von Pflanzen und Wurzeln. Präparate müssen aus Indien eingeführt werden. Der eingeschlagene Weg aber, ein Gesundheitswesen aus der Kombination westlicher Medizin und originärer Volksmedizin zu fördern, könnte den Bedürfnissen und finanziellen Möglichkeiten eines Entwicklungslandes am besten gerecht werden.

Unsere Weiterfahrt nach Kandy erfolgt im Dauerregen. Am späten Nachmittag erreichen wir unser Hotel in Kandy- The Swiss Residence.


Polonnarua | Pinawella - Peradeniya

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