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NANU OYA
 

07.03.2006
Unsere Route führt uns heute nach Nuwara Eliya. Für diesen Streckenabschnitt trennt sich unsere Gruppe in Zug- und Busfahrer.


 
 
   



 

Die Abfahrt ist am Bahnhof Peradeniya, ausgestiegen wird in Nana Oya. Während der Zugfahrt kommen wir langsam in das Hochland und sehen schon beeindruckende Teeplantagen mit den Pflückerinnen. Hier zeigt sich Sri Lanka von seiner freundlichen Seite. Da der Zug recht langsam fährt, winken uns immer wieder Einheimische zu, die Grüße werden natürlich von uns freundlich beantwortet und wir winken zurück.


 
 
   
 



 

In Nana Oya treffen wir wieder als Gruppe zusammen. Die restliche Strecke bis nach Nuwara Eliya fahren wir gemeinsam mit dem Bus. Kurz bevor wir unser Hotel erreichen machen wir noch einen Stopp in der Teefabrik Pedro. Hier werden wir in „Schutzkleidung“ gehüllt. Natürlich darf das Gruppenfoto nicht fehlen. Bei der Führung durch die Teefabrik werden wir in die Geheimnisse der Tee-Herstellung eingeweiht.




 
   
   



 

Der legendäre Tee
Jeder hat schon von Ceylontee gehört. Tee benötigt ca. 2000 mm Niederschlag im Jahr, von dem er allerdings keine nassen Füße bekommen sollte, d.h. das Wasser soll seine Blätter und Wurzeln nässen und dann möglichst schnell verschwinden. Je nach Höhenlage unterscheidet man High grown (über 1200 m ü.M.), Medium grown (600-1200 m ü.M.) und Low grown (unter 600 m ü.M.). Der höchstgewachsene ist am meisten gefragt, und ceylonesischer „High grown“ erzielt weltweit die höchsten Preise aller Teesorten. Teesträucher können über 100 Jahre bei gleich bleibenden Erträgen beerntet werden. Seit ca. 20 Jahren aber werden alte Pflanzungen sukzessiv durch Neuzüchtungen ersetzt, die mehrfache Erträge abwerfen, deren Lebensdauer aber noch ungewiss ist.

Der junge Teestrauch braucht bis zu 5 Jahre Pflege, bevor er bepflückt werden kann. Gepflückt wird alle 1-2 Wochen (mit Schwankungen oder alle 20 Tage) das ganze Jahr hindurch. Dank der Monsunperiode gibt es in Sri Lanka (wie sonst nirgends auf der Welt) zwei Haupterntezeiten für Tee: Dezember bis Februar und August bis September. „Two Leaves and the but“ heißt die alte Pflückregel, d.h. man erntet den Trieb mit den obersten 2 Blättern. Eine wendige Pflückerin (größtenteils indische Tamilen) schafft davon über 20 kg am Tag, wofür sie mit ca. 80 Rs. entschädigt wird. Für die Herstellung von 1 kg Tee braucht man etwa 4 kg frische Blätter. Der Teestrauch muss regelmäßig geschnitten werden, damit sich die ganze Kraft in den jungen Blätter konzentriert. Man lässt ihn deshalb nicht über 1 m hinauswachsen (wilder Tee kann bis zu 10 m hoch werden), wodurch auch die Pflückerinnen leicht Zugang haben. Der Teeanbau ist sehr arbeitsintensiv, man rechnet 2,5 Arbeitskräfte auf 1 ha Teeland.


 
 
   



 

Teeverarbeitung:
Von Sammelstellen werden die frischen Teeblätter in die Fabriken eingeliefert. Zuerst werden die Blätter auf Drahtgeflechten für ca. 10 bis 20 Std. zum Welken ausgelegt, wobei sie 30 % ihrer Feuchtigkeit verlieren (mittels Heißluftgebläse wird dies oft beschleunigt).

Anschließend werden die Blätter ca. 30 Min. gerollt. Bei diesem Vorgang werden die Zellwände aufgerieben. Der Zellinhalt (Saft) gerät so in Kontakt mit der Luft und beginnt zu fermentieren. Man lässt dazu den Tee ca. 3 Std. bei möglichst hoher Luftfeuchtigkeit liegen. Während des Fermentierens beginnt der Tee, sein typisches Aroma zu entfalten und nimmt eine rötlich-braune Farbe an. Um das Fermentieren zu beenden und den Blättern alle Feuchtigkeit zu entziehen wird der Tee schließlich 15-20 Min. bei ca. 85 ° C getrocknet, was ihn zu „Schwarz“-Tee macht.

Im letzten Arbeitsgang wird der Tee gereinigt und durch Sieben nach Qualitäten sortiert und getestet. Als beste und teuerste Qualität gelten B.O.P. und B.O.P.F. Fertiger Tee enthält 2,5 % Thein, kleine Mengen von Theophyllin, ätherische Öle und Gerbstoffe; er wirkt durstlöschend, anregend und leicht harntreibend.
Der Tee wird in den meisten Fällen fertig gemixt serviert, d.h. mit Milch (oft gesüßte Kondensmilch) und einer großzügigen Dosis Zucker. Wer es ohne möchte, muss sehr bestimmt „ohne alles“ oder „alles extra“ Tee verlangen.


 
 
   



 

Am Nachmittag erreichen wir Nuwara Eliya. Abends gehen wir zum Inder essen. Das Restaurant gehört zum Grand Hotel.


Kandy | Nuwara Eliya

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