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DIE WESTKÜSTE
 

Wir fahren weiter durch Hikkaduwa
In Hikkaduwa, einst Hippie- und Aussteigertreff, deuten die Hotelnamen auf die Korallenbänke vor der Küste hin; Coral Sea, Coral Sand, Coral Garden, Coral Reef, Coral Rock und sogar Lanka Super Coral. Super sind die Korallengärten vor Hikkaduwa leider nicht mehr. Immer noch ist der Ort ein Treff, wenn auch nicht mehr der Rucksackpioniere. Die sind längst an die Ostküste weiter gezogen.

Hikkaduwa bietet komfortable Hotels und einfache Häuser, viele Restaurants und viel Ferienleben. Der Ort ist völlig unorganisiert in den Tourismus hineingewachsen, mit Pinten und Kneipen, wo gute Steaks und einheimische Küche geboten werden.


 



 

Ambalangoda
Ambalangoda ist das Zentrum der Maskenschnitzerei und der Teufelstänze. Es wird ausgestellt und verkauft, aber man kann auch den Schnitzern zusehen. Verwendet wird sehr leichtes Holz des Korallenbaumes sowie des Kaduru, einer Mangovenart.

Es gibt 3 Gruppen von Masken zu unterscheiden: Dämonenmasken (Raksha), Geschichts- und Schauspielmasken (Kolam) und Krankheitsmasken (Sanni). Bei allen Themenkreisen, Göttern und Menschen, Tieren und Dämonen, gibt es wiederkehrende Merkmale und Farben. Dämonen haben hervorquellende Augen, als Kopfschmuck oft Schlagenköpfe oder mehrere verschlungene Schlangen, ihre Farbe ist zumeist Rot.

Bunt waren die Masken Sri Lankas immer, aber nicht grell. Dies ist leider eine Folge der Massenanfertigung heutiger Zeit, denn Masken sind ein beliebtes Souvenier, und so werden sie heute mit chemischen Farben bemalt; einst waren es pflanzliche Ölfarben.

Kosgoda - Hier gibt es Schildkröten–Brutstätten.
Sammler verkaufen die Schildkröteneier an die Brutstätten, die Jungen schlüpfen aus und werden dann in Tanks gehalten und können nicht ins Meer wandern, wie es ihnen ihr Instinkt anzeigt.

Stattdessen werden sie ein paar Tage später vor oder von leichtgläubigen Touristen freigelassen, die glauben am Naturschutz teilzuhaben und dafür auch noch zahlen. Oft werden die Jungen tagsüber freigelassen und machen sich sofort, da sie hungrig sind, an Land auf Nahrungssuche, anstatt in ihr Element, das Meer einzutauchen. Bei der Nahrungssuche fallen sie häufig Raubvögeln zum Opfer. Richtig wäre es, die Tiere nachts oder am frühen Morgen auszusetzen, wenn die Gefahr durch Raubvögel am geringsten ist - nur da liegen die Touris noch im Tiefschlaf.

Die meisten Schildkröten-Brutstätten sind somit rein touristischer Hokuspokus, Naturschutzpotential gleich null.Es gibt nur eine Handvoll Schildkröten-Brutstätten, die wirkliche Arbeit leisten. So zählt die Victor Hasselblad Turtle Hatchery dazu, die auch die älteste Schildkröten-Brutanstalt des Landes ist. Leider hat auch hier der Tsunamie gewütet und viele Schildkröten sind umgekommen. Überlebt hat aber eine blinde Schildkröte.


 
 



 

Fischerei an der Küste
Weit verbreitet ist die Küstenfischerei unmittelbar im Brandungsbereich. Mit einem kastenförmigen Boot wird kreisförmig ein gewaltiges Netz ausgebracht, das Dutzende Männer und Jungen, den Halbkreis verkleinernd, zum Stand einziehen. Die Ergebnisse sind meist eher mager, wie wir sehen.






 



 

Toddyland
An der Küste sieht man zwischen den Palmen in luftiger Höhe die Laufseile der Toddy-Tapper. Mit artistischem Geschick (zumindest solange sie noch nüchtern sind) turnen die Männer auf den Palmen und zwischen ihnen, um den Blütensaft einzusammeln und die Blütenstämme wieder anzuschneiden. Die ganze Küste entlang wird das trüb-weiße Getränk gesammelt. Er wird in Fässern mit einem Stock die Straße entlang getrieben, zur nächsten Sammelstelle oder Brennerei, wo er zu Coconut Arrak gebrannt wird.

Kokos:
Die Kokosnuss braucht 6-8 Jahre, bis die ersten reifen Nüsse geerntet werden können und 15-20 Jahre bis zur vollen Produktivität. Sie hat (wie alle Palmen) kein sekundäres Dickenwachstum, d.h. bei Beginn des Höhenwachstums hat der Stamm ungefähr seine maximale Dicke erreicht (keine Jahresringe). Die gefiederten Blätter hinterlassen eine Narbe am Stamm, wenn sie nach ca. 3 Jahren abfallen. Eine Palme wirft ca. 50-120 reife Nüsse ab – bis sie 100jährig ist. Von der Blüte bis zur reifen Nuss dauert es ca. 12 Monate. Dank der Tatsache, dass an einer Palme Blüten neben reifen Früchten hängen, ist das ganze Jahr Kokossaison.

Neben der gewöhnlichen grün- bis gelb-braunen Kokosnuss (sing.: Kurumba) findet man in Sri Lanka auch die orange-gelbe Königs-Kokosnuss (sing.: Thambili), die ein bisschen kleiner ist und deren Palme bereits nach 4 Jahren erste Früchte trägt. Die jungen unreifen Früchte enthalten viel Wasser (mit leichtem Aroma) – das ideale Getränk auf Reisen, von der Natur keimfrei verpackt. Oft haben diese Nüsse schon ein bisschen Fruchtfleisch angesetzt, das sich mittels eines aus der Faserhülle geschlagenen Löffels ausschaben lässt und äußerst schmackhaft ist. Die reife Nuss enthält Kokoswasser und Fruchtfleisch, ein wichtiger Fett- und Öllieferant.

Die braune Steinschale wird als Gefäß, z. B: in Kautschukplantagen, verwendet. Aus der Faserhülle werden durch Einlegen in Wasser und anschließendes Ausklopfen Fasern gewonnen, aus denen Seile, Matten und Matratzenfüllungen hergestellt werden. Mit Palmblättern werden Hütten gedeckt, Körbe und Zäune geflochten. Die Kitul-Palme schließlich liefert den besten Toddy.

Das beliebteste Produkt liefert der Blütenstand, der vor dem Öffnen eingebunden, mit einem Rundholz geschlagen und mit einem Messer angeritzt wird. Der heraustropfende Blütensaft (Toddy) wird in einem Krug aufgefangen (1-2 l am Tag). Die Toddy-Tapper balancieren auf Seilen von Baum zu Baum (1 Seil für die Beine, 1 Seil für die Hände), um den weißlichen Blütensaft zu zapfen. Aus Toddy kann man entweder durch Destillation Arrak (Schnaps) oder durch Eindicken Jaggery (bräunlicher Zucker) gewinnen.

Von den freiwachsenden Palmenarten sind besonders erwähnenswert:

- Die mächtige Taslipot-Palme mit ihren fächerartigen, bis zu 3 m langen Blättern (aus denen die sog. Ola-Bücher oder Palmblatt-Manuskripte fabriziert werden),

- die Kitul- Palme (Toddy)

- die Pamyrah-Palme als Wahrzeichen der Trockenzone,

- die zierliche Betel- oder Areka-Palme, deren Nüsse unentbehrliche Bestandteile des betel-chew bilden.


Galle | Colombo

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