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SIGIRIYA
 

Der mächtige Felsen von Sigiriya erhebt sich 200 m hoch aus einer Ebene, die von Wäldern und Seen umgeben ist. Als wäre sein Anblick nicht schon faszinierend genug, bietet er auf seinem Gipfelplateau eine (heute verfallene) Festung und in einer Galerie an seiner Seite die berühmtesten Wandgemälde von Sri Lanka, die "Wolkenmädchen von Sigiriya“. Der Eintritt kostet 15 US$, geöffnet von 6.30 – 18 Uhr, es gelten die Sammeltickets.




 



 

Im Westen und Osten sind dem Felsen zwei rechtwinklige Bereiche mit einer Fläche von ca. 400000 m2; vorgelagert, die von einer Mauer und einem Wassergraben umschlossen werden. Der Westteil ist durch zwei weitere Wälle mit Gräben gesichert.

Der Haupteingang liegt im Westen. Von hieraus erreicht man zunächst die königlichen Lustgärten. Der oder die Landschaftsgestalter bezogen die an einigen Stellen vorhandenen Felsgruppen in ihre Planung mit ein. Rechts und links des Weges liegen je zwei Teiche, die von einer rechteckigen Ziegelmauer umgeben sind. Zwischen Hügeln, auf denen noch Gebäudereste zu erkennen sind und die von ovalen Wassergräben umzogen werden, führt der Weg zu einem rechteckigen, mit einer Ziegelmauer eingefassten Teich. Eine Reihe mächtiger Felsbrocken bildet die natürliche Grenze zwischen dem Lustgarten und dem inneren Bezirk, zugleich aber auch die erste von mehreren Terrassen auf verschiedenen Höhen des Hauptfelsens. Auch hier sind noch an einigen Stellen die Reste früherer Bebauung zu erkennen, über deren Zweck jedoch bis heute gerätselt wird.

Die Felsen der westlichen Terrasse bergen insgesamt 23 Höhlen. Sieben von ihnen tragen in ihrem Inneren Brahmi Inschriften (2. Jh. v. Chr. bis 2. Jh. n. Chr.), aus denen hervorgeht, dass sie religiösen Zwecken - vermutlich als Wohnhöhlen für Mönche - dienten, lange bevor Kassyapas hier seinen Palast anlegen ließ. In einigen anderen Höhlen finden sich jedoch Malereien mit Darstellungen von Frauen aus der Zeit Kassyapas, was vermuten lässt, dass der König vielleicht eine größere Anzahl von Mönchen von Anuradhapura mitbrachte und diese in den Höhlen lebten.


 
 



 

Die Galerie mit den berühmtesten Wandmalereien von Sri Lanka war einst nicht nur durch eine vorragende Felswand, sondern zusätzlich auch durch ein hölzernes Dach geschützt. Nur so lässt sich erklären, warum die Bilder die Jahrhunderte überdauerten. Zu den Gemälden, die in einer Höhe von 12 m über der Spiegelgalerie zu sehen sind, führt eine eiserne Wendeltreppe, die bis in die 30er Jahre dieses Jh.s in einem Bahnhof der Londoner Untergrund-Bahn eingebaut war und dann hierher gebracht wurde.




 



 

Auf der ersten Terrasse sind noch die Reste einer Dagoba zu erkennen. Die so genannte Deranyagala- Höhle auf der Terrasse darüber enthält ebenfalls Malereien. Im Nordwesten dieser Höhe führen schmale Pfade zu einer Treppe aus Ziegeln, die erst 1958 freigelegt wurde und von Westen her den Aufstieg zum Felsen ermöglichte. Weitere Aufgänge befinden sich im Norden und Süden.

Von hier aus gelangt man zum Kobra-Felsen, der wegen seiner verblüffenden Ähnlichkeit mit einer aufgerichteten Kobra diese Namen trägt. Unter einer steinernen Regenrinne befindet sich am Zugang zu einer Höhle eine Brahmi-Inschrift aus dem 2. Jh. v. Chr.: "Die Höhle des Oberhauptes Naguli“. Innen finden sich Reste von Wandmalereien.




 
 



 

Der Weg führt aufwärts zu dem sog. Zisterne-Felsen, der seinen Namen durch seine in zwei Teile geborstene Form erhielt. An dem herab gefallenen Teil erkennt man einen in den Fels geschlagenen Thron und weitere Sitzgelegenheiten. Die Terrasse enthielt vermutlich die erste Audienzhalle von Sri Lanka. Eine Höhle unter dem Felsen birgt Reste von Wandmalereien.

Den Hauptzugang zum Gipfel bildet eine 145 m lange Galerie, die sich in 15 m Höhe an der westlichen Bergseite hinzieht. Die ersten 19 Meter bilden die sog. Spiegelgalerie, die ihren Namen aus der Tatsache bezieht, dass sich die hier einst vorhandenen Fresken auf der Felswand in der geglätteten Oberfläche der gegenüberliegenden ockerfarbenen Mauer spiegelten. Diese Mauer ist mit zahlreichen, noch gut erhaltenen Inschriften (Graffiti) bedeckt, die von Besuchern zwischen dem 7. und 19. Jh. mit Metallstiften eingeritzt wurden. Etwa 700 davon hat der singhalesische Archäologe Dr. Raranavitana übersetzt und veröffentlicht, einige preisen in poetischer Form die Schönheit der Frauen auf den Fresken, andere die Einzigartigkeit des Königspalastes.


 
 



 

Von der Spiegelgalerie führt nun ein Weg am Felsen entlang zum sog. Löwenplateau. Zwischen den mächtigen, aus dem Felsen herausgehauenen Tatzen führt eine durch Ziegelmauern gesicherte Treppe, weiter oben dann eine eiserne Treppe zum Gipfelplateau (etwas schwindelfrei sollte man schon sein). Auch ist es ratsam, einen Aufstieg auf das Gipfelplateau bereits in den frühen Vormittagsstunden zu unternehmen, da es an den Felswänden unterhalb der Treppe einige Hornissennester gibt, deren Bewohner bisweilen aggressiv reagieren.




 



 
 
   



 

Man erreicht nun die Zitadelle, die einst von einer Mauer umgeben war, die wiederum wie eine Fortsetzung des Felsens erscheint. Unterhalb des Hauptfelsens, von dem aus man einen großartigen Blick über die Dschungellandschaft und den Stausee hat, befinden sich im nördlichen Teil einige mächtige Felsbrocken. In ihnen sind weitere Höhlen enthalten, die größte von ihnen ist 12 m lang und enthält Reste einer Ziegelmauer.

Geht man durch die zwei Felsen weiter nach Norden, gelangt man an einen schwarzen Felsen, dessen Oberfläche von zahlreichen quadratischen Löchern übersät ist. Vermutlich steckten einst Holzsäulen darin, die ein weiteres Dach trugen. Die Bedeutung der Gebäude, die einst das Gipfelplateau beherrschten, konnte bis heute nicht mit absoluter Sicherheit geklärt werden.

Zu den interessanten Felsen in den königlichen Gärten zählt auch die aufgrund ihrer Form so bezeichnete Höhle der Kobrahaube.
Nach dem Abstieg lohnt noch ein Abstecher zu dem südlich der Umfassungsmauer gelegenen kleinen Archäologischen Museum.



 



Anuradhapura | Polonnaruwa

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