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Reisebericht

LAND & LEUTE
 

Lage
Vietnam liegt im östlichen Teil der Indochina-Halbindel. Es grenzt an China im Norden, an Laos und Kambodscha im Westen und an Ostmeer und Pazifischen Ozean im Osten. Auf der Weltkarte sieht man, dass sich Vietnam im Zentrum von Südostasien befindet und die Form eines S-Buchstabens hat.
Bien Dong (Ostmeer) ist die offizielle vietnamesische Bezeichnung für den Teil des südchinesischen Meeres, das östlich von Vietnam liegt. In diesem Meeresteil befinden sich zwei vietnamesische Inselgruppen, nämlich Hoang Sa und Truong Sa. Einige dieser Inseln wurden 1974 von China besetzt.
Vietnam liegt auch im Knotenpunkt des Schiffverkehrs vom Indischen zum Pazifischen Ozean.

Fläche
Die ländliche Grenze Vietnams beträgt 3.730 Kilometer. Vietnam besitzt eine Gewässerfläche von ca. 1.000.000 Quadratkilometern mit einer Meeresküste von insgesamt 3.260 Kilometern.
Die Gesamtlänge des Landes beträgt 1.650 Kilometer, vom nördlichsten zum südlichsten Punkt (von 8o10' zu 23o24' Nördlichen Breitengrad).
Seine Breite, ausdehnend vom östlichen Punkt zum westlichen Punkt (von 102o09' zu 109o30' Östlichen Meridian) beträgt 600 Kilometer am breitesten Punkt im Norden, 400 Kilometer im Süden und 50 Kilometer am schmalsten Teil in der Provinz Quang Binh auf dem Mittelteil.

Topographie
Das Land wird natürlich in drei Regionen mit unterschiedlichen geographischen und klimatischen Verhältnissen geteilt - der Norden (Bac Bo), die Zentrale (Trung Bo) und der Süden (Nam Bo).
Dreiviertel des Landes wird durch Berge und tropische Wälder umfasst. Das Gebirgssystem erstreckt sich von der Nordwestgrenze bis zum östlichen Südvietnam und umfasst einen 1.400-Quadratkilometer-Bereich.
Der höchste Gebirgsgipfel ist Fan Ci Pan mit einer Höhe von 3.143 m.
Es gibt im westlichen Teil Vietnams ein breites Flachland. Es liegt auf 1.000 Meter Höhe und wird durch Bazalt abgedeckt, das für den Anbau von Industriebäumen, wie Kaffee-, Kakao-, Tee- und Gummibäumen, geeignet ist,
Es gibt viele Bodenschätze, wie Steinkohle, Boxyd und Eisen in Nordvietnam und Erdöl im Seebereich.
Die Tiefebenen entlang der Küste sind fruchtbar. Zwei große Deltas des roten Flusses im Norden (15.000 Quadratkilometer) und des Mekongs im Süden (40.000 Quadratkilometer) bilden die zwei "Reiskammern" Vietnams.
Die Gesamtlänge von allen Flüssen in Vietnam beträgt 41.000 Kilometer, mit einer Kapazität von 300 Milliarden Kubikmeter. Zusätzlich gibt es ein Kanalsystem mit einer Gesamtlänge von 3.100 Kilometern. Zwei Hauptflüsse sind der rote Fluß (1.149 Kilometer lang, davon 510 Kilometer in Vietnam) und der Mekong (4.220 Kilometer lang, davon 220 Kilometer in Vietnam).

Bevölkerung
In Vietnam leben ca. 80 Millionen Menschen. Insgesamt gibt es heute neben den Viêt Kinh (87%) 53 ethnische Gruppen. Die eindeutige Zuordnung zu den einzelnen ethnischen Gruppen ist nicht einfach und unterliegt ständig neuen Auslegungen. Als die größte ethnische Minderheit gelten die Hoa, Chinesen mit bis zu 1 Million Menschen. Den ungefähren Bevölkerungsanteil der einzelnen ethnischen Gruppen kann man unter Bevölkerungsgruppen nachlesen.

Bevölkerungsverteilung
Die einzelnen Völker und Bevölkerungsgruppen unterscheiden sich bezüglich ihrer Herkunft, Kultur, Sprache und Traditionen sehr von den Vietnamesen. In der Regel sind die ethnischen Minderheiten die am meisten von Armut und Elend betroffenen Bevölkerungsteile. Viele ausländische Hilfsorganisationen bemühen sich vor Ort zu helfen. Aber auch einzelne vietnamesische Lehrer, Ärzte und Ethnologen versuchen zu helfen. Der Großteil der vietnamesischen Bevölkerung ignoriert das Thema der ethnischen Minderheiten aber dennoch. Sie sind zumeist der Meinung, dass diese Minderheiten sich den Lebensgewohnheiten der Vietnamesen, also der Mehrheit anpassen sollen. Diese Einstellung lässt sich in der vietnamesischen Geschichte lange Zeit zurück verfolgen. So wurden zum Beispiel in der Vergangenheit zahlreiche kleine Völker von ihrem Lebensraum in unwegsame und für die Landwirtschaft unfruchtbare Regionen vertrieben. Diese behalfen sich widerum zum Teil mit dem Anbau von Pflanzen zur Rauschgiftherstellung, da ihre Felder für eine Versorgung mit Nahrung nicht ertragreich genug waren. Viele Hungersnöte waren die Folge. Oft bestand hinzu noch Verbitterung seitens dieser ethnischen Minderheiten, sodass sich u.a. im “Vietnamkrieg” einige ethnische Gruppen von den Amerikanern zum Kampf gegen die Viet Minh und Nordvietnam verleiten ließen. Einmal zum Feind Hanois geworden, waren die Folgen für diese kleinen Völker bitter. Aber ein Großteil dieser kleinen Völker kämpfte an der Seite der Viet Minh.

Bevölkerungsgruppen
87 % Vietnamesen
2 % Chinesen
2 % Thais
2 % Tho
1 % Khmer
6 % Sonstige

Städte / Provinzen
Vietnam ist administrativ in 61 Provinzen aufgeteilt. Im folgenden wird es wegen der Übersichtlichkeit in 17 Regionen aufgeteilt.
Ha Noi
Hai Phong
Quang Ninh
Vietbac (Nord-Ost)
Nord-West
Nördliches Delta & Mittelregion
Nördliche Zentralregion
Ninh Binh – Thanhhoa
Thua Thien-Hue
Quang Nam – Da Nang
Khanh Hoa
Ho-Chi-Minh.Stadt
Ba Ria-Vung Tau
Lam Dong
Südliche Zentralküste & Zentralhochland
Südostregion
Mekong Delta

Staatsverwaltung
Vietnam ist ein sozialistischer Staat. Die Reformen (doi moi), die seit 1986 eingeleitet wurden, betreffen vor allem den Wirtschaftsektor. Auf der anderen Seite wurden in den letzten Jahren auch Anstrengungen unternommen, Partei und Staat stärker voneinander zu trennen. Die Nationalversammlung, die früher reines Akklamationsorgan war, hat jetzt größere politische Gestaltungsmöglichkeiten. Die Kommunistische Partei muss sich zwar an die Bestimmungen der Verfassung von 1992 und die bestehenden Gesetze halten, doch beansprucht sie unverändert die Führungsrolle in Staat und Gesellschaft für sich.
Es gibt eine Aufteilung in 61 Verwaltungsprovinzen und vier unabhängige Stadtverwaltungen:
Hanoi
Da Nang
Ho-Chi-Minh-Stadt
Haiphong.

Religion
Viele Ausländer denken Vietnam sei ein kommunistisches Land, in dem alle Menschen Atheisten sein müssen. Sie denken so, weil sie glauben zu wissen, dass in Vietnam eine kommunistische Partei regiert, welche die Vietnamesen zum Atheismus zwingt. Diese Annahme ist aber grundsätzlich falsch.
Anders als in Nachbarstaaten oder in der Welt ist die Religion in Vietnam durch die verschiedene Glaubenzugehörigkeiten charakterisiert, welche derart miteinander verwoben und verknüpft sind, dass keine eindeutigen Trennungslinien zu ziehen sind.
Die Neigung der Vietnamesen zu pragmatischen Lösungen und praxisorientiertem Verhalten hat in Vietnam niemals eine einheitliche religiöse Gemeinschaft entstehen lassen. Der Vietnamese eignet sich die nach seiner Vorstellung guten Elemente aller Religionslehren an und lässt sich von Religionen nicht beherrschen.
Ein Vietnamese kann heute Buddhist, morgen Taoist sein und trotzdem noch der gleiche bleiben. Das schmälert keineswegs seinen Glauben und ändert nichts an seiner Identität. Vietnamesen betrachten sich nicht als Mitglieder einer Religionsgemeinschaft, wie es Christen oder Moslems tun, sondern als Teilhaber an einer gemeinsamen Tradition und Kultur. Sie bleiben auch dann in erster Linie Vietnamesen und glühende Patrioten, auch wenn sie schon seit Jahrzehnten praktizierende Katholiken sind und im Exil leben.
Um die Religion in Vietnam zu verstehen, soll man sie als Gesamtheit vom Animismus, Ahnenkult und dem von Konfuzianismus bzw. Taoismus und anderen importierten Religionen stark beeinflußten Bewusstsein betrachten.
In fast allen Familien, gleich ob in den Städten oder ländlichen Gebieten, findet man einen Ahnenaltar. Zugleich werden Geister, Genies sowie Dämonen, die den Menschen wohlgesonnen sind oder Schaden zufügen können, verehrt. Außerdem werden, je nach Glaubenüberzeugung der Familie, entsprechende Zeremonien mit konfuzianischen oder buddhistischen Elementen zu bestimmten Anlässen durchgeführt. Die meisten Vietnamesen können nicht erklären, warum sie so tun und welche Rituale zu welcher Religion gehören. Sie wissen nur, dass es seit Generationen so gemacht wird und sie als Vietnamesen dies auch tun sollen, um die Familie zur glücklichen Zukunft zu führen und sie vor der Bosheit zu schützen.


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