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Reisebericht

ESSEN & TRINKEN
 

Bedenkt man den sehr niedrigen Lebensstandard und den erst vor wenigen Jahren einsetzenden westlichen Tourismus in Vietnam, bietet sich Reisenden eine erstaunlich große Auswahl an Essensmöglichkeiten. Die Palette reicht von edel eingerichteten Restaurants in internationalen Hotels bis zu kleinen Garküchen am Straßenrand. Dabei sollte man sich nicht allzusehr vom ersten Eindruck leiten lassen, ist das Essen doch gerade in Hotelrestaurants häufig eher enttäuschend. Vielfach hat man den Geschmack der Speisen derart dem westlichen Gaumen angepasst, dass von der originären vietnamesischen Küche kaum noch etwas zu erkennen ist. Oft erhält man statt der für das vietnamesische Essen unverzichtbaren "nuoc mam-Soße" Soyasauce - für jeden Vietnamesen kommt das einer nationalen Beleidigung gleich.
Unverzichtbar sind die Hotelrestaurants jedoch für all jene, die ein westliches Frühstück mit Brot, Wurst und Käse nicht missen wollen. Wer in gepflegtem Ambiente essen möchte, sollte Spezialitätenrestaurants aufsuchen, die in vielen Großstädten und Touristenorten in den letzten Jahren eröffnet wurden. Meist werden diese Feinschmeckerlokale von zurückgekehrten Vietnamesen geführt, die ihre zuvor im Ausland erworbenen Erfahrungen in die heimische Gastronomie einbringen. Häufig zeichnen sich diese Restaurants neben der exzellenten Küche und dem gepflegten Ambiente durch lokale Spezialitäten aus. Dort findet man oft eine wesentlich authentischere vietnamesische Küche als in den Hotelrestaurants.
Am originellsten isst man jedoch an den vielen Garküchen am Wegesrand. Meist wird nur ein Standardgericht serviert, wobei es sich um einen Eintopf oder eine Suppe handelt. Das frisch zubereitete Essen nimmt man entweder im Stehen oder auf einem der bereit gestellten winzigen Holzhöckerchen ein. Mit 2.000 bis 3.000 dong zahlt man dafür nur einen Bruchteil des Preises in den Hotels oder Spezialitätenrestaurants.
Mit Einschränkung empfehlenswert sind auch die mit "com pho" (com - Reis, pho - Suppe) gekennzeichneten Restaurants entlang der Straße außerhalb großer Ortschaften. Meist kann man auch dort lecker und preiswert essen. Da die Speisekarte, falls überhaupt vorhanden, nur auf Vietnamesisch ist und die Angestellten so gut wie nie Englisch sprechen, entwickelt sich die Bestellung zu einem kleinen Abenteuer. Nicht selten werden Touristen am Ende weit überhöhte Rechnungen vorgelegt, sodass man sich bereits bei der Bestellung den Preis aufschreiben lassen sollte.
Als eine unentgeltliche Serviceleistung werden in den meisten Restaurants vor und nach dem Essen mit einer Lotion durchtränkte Tücher an die Gäste verteilt, die nicht nur zur Erfrischung, sondern auch zur Säuberung der Hände dienen.
Gehen mehrere Personen zusammen aus, werden alle bestellten Gerichte in die Mitte des Tisches gestellt und jeder nimmt sich, was er möchte. Die Rechnung beinhaltet alle Speisen, das Auseinanderrechnen für einzelne Personen ist unbekannt und stößt auf völliges Unverständnis. Gegessen wird mit Stäbchen, doch Touristen erhalten meist ungefragt Gabel und Löffel.

Vietnamesen gehen sehr früh essen, sodass gerade in der Provinz nach 20 Uhr häufig alle Restaurants geschlossen sind.


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